Anonim

Ihre Hauptfigur Grace ist eine Eheberaterin. Hast du sie jemandem nachempfunden?

Meine Mutter ist eine hartgesottene Therapeutin. Erinnerst du dich an den Therapeuten von einer unverheirateten Frau? Sie sitzt auf den Bodenkissen und sagt zu Jill Clayburgh: „Was fühlst du? Wie fühlt sich das an?" Meine Mutter war nicht so. Sie sagte: „Willst du mich veräppeln? Komm schon!" Ich wollte Grace auf jeden Fall zu einer harten Nuss machen. Es ist eine Eigenschaft, die sie mit all meinen weiblichen Charakteren teilt. Meine Leserrezensionen zu Goodreads sagen: "Ich mochte sie einfach nicht" über meine Charaktere. Das bringt mich dazu zu sagen: "Nun, sie würde dich auch nicht mögen, aber das ist nicht der Punkt."

Wollten Sie immer, dass es in diesem Roman um Ehegeheimnisse und die Idee geht, nie zu wissen, mit wem Sie zusammen sind?

Ja. Wir sehen jemanden wie Ruth Madoff an und fragen uns: "Wie konnte sie es nicht wissen?" Sie denken, diese Geschichten sind seltsamer als Fiktion, aber sie passieren die ganze Zeit. Der "Fremde neben mir" kommt in allen möglichen Permutationen.

Wir hören nicht so oft von ihnen.

Wenn sie Nachrichten machen, liegt das normalerweise daran, dass es sich um eine Waffe handelt. [Lacht] Aber es gibt kleine Todesfälle und kleine Verrat und Verlassenheit und Diebstahl. Soziopathen nehmen, was sie wollen. Es ist vielleicht nicht Ihr Leben oder Ihre Ersparnis, aber es kann Ihr Gefühl der Sicherheit sein, das Gefühl, dass Sie Ihren Eindrücken von Menschen vertrauen können. Es gibt alle möglichen kleinen Diebstähle.

Jeder, der mit einem Soziopathen zu tun hat, hat den Moment, in dem er die Wahrheit „hätte wissen müssen“. Dafür knallst du Grace wirklich. Wolltest du so hart mit ihr sein?

Ja. Die Bücher, die ich geschrieben habe, zeigen oft eine starke Frau, die ich dann bis auf die Bolzen zerlege. Ich weiß nicht warum ich das mache. Ich habe die Tendenz zu glauben, dass andere Menschen Dinge zusammen haben, und ich möchte einen Blick unter die Haube werfen. Sind andere Leute so oder bin es nur ich?

Wir sind alle so.

Gut.