Anonim
FÜR DEN NUTZEN DEREN, DIE Rosemary Mahoney SEHEN

Rosemary Mahoney, die exquisit präzise Autorin, die in früheren Büchern die Inselkultur irischer Frauen und eine Solo-Flussfahrt auf dem ägyptischen Nil zum Leben erweckt hat, übersieht nichts. "Ich bin wie eine Überwachungskamera, die jemals auf der Uhr ist", schreibt sie über ihren schluckenden Blick in "Zum Wohle derer, die sehen: Sendungen aus der Welt der Blinden". Ein Freak-Unfall im College ließ ihre Hornhaut tagelang schrecklich zerkratzt und nutzlos werden. "Ich kam zu dem Schluss, dass es schlimmer ist, blind zu sein als tot zu sein", schreibt sie. "Blind zu sein war wie lebendig in einem verschlossenen Sarg zu liegen."

Und so taucht Mahoney mit großer Sorge in die Welt der Sehlosen ein. Ihr zuverlässiger Führer ist Sabriye Tenberken, eine blinde Frau, die die erste Blindenschule in Tibet gegründet hat. Dort wird Mahoney von Kindern geblendet, die drei Äpfel jonglieren können, und von ihrem versicherten Lehrer, der sich ihrer Umgebung so sehr bewusst ist, dass der Autor sie beschuldigt, Blindheit vorzutäuschen. Als nächstes führt sie Mahoneys Reise zu Tenberkens internationalem Ausbildungszentrum in Indien, wo Mahoney drei Monate lang blinde Erwachsene unterrichtet.