Anonim
VERLOREN UND GEFUNDEN Der Autor Robert Kolker findet in den packenden Lost Girls ein fruchtbares Thema

Robert Kolkers Lost Girls, eine großartige Untersuchung des Serienmörders, der seine Opfer in den Dünen von Gilgo Beach auf einer abgelegenen New Yorker Barriereinsel verstreut hat, beginnt eines Morgens im Mai 2010. Eine junge Eskorte namens Shannan Gilbert schlägt gegen die Tür von Der 86-jährige Gus Coletti schreit um Hilfe. Als die Polizei eintrifft, ist sie im Salzgras und im Sumach verschwunden. "Es gab keinen öffentlichen Aufschrei, keine Schwärmerei von Kamerateams", schreibt Kolker. "Die Polizei ist auch nach diesem ersten Morgen nicht zurückgekommen, um zu suchen."

Das Verschwinden einer Prostituierten wurde als keine große Sache behandelt. Shannans Mutter Mari sagte später: "Ich denke, sie sehen sie an, als wären sie Wegwerfartikel." Erst im Dezember entdeckte ein Polizeikadaverhund vier Leichen (und mit der Zeit mindestens sechs weitere) im Sumpf. Dann bekam Nancy Grace die Geschichte und sie explodierte in den Medien.

In Kolkers Buch geht es nicht um Polizeiarbeit, sondern um Gilbert und ihre Mitopfer: Maureen Brainard-Barnes, Melissa Barthelemy, Megan Walterman und Amber Lynn Costello. Im Gespräch mit Familie und Freunden setzt er ihr Leben zusammen und betrachtet die gesellschaftlichen Kräfte, die alle fünf dazu gebracht haben, als Eskorte zu enden. Das Ergebnis ist lebendig und bewegend: Diese Frauen hatten Familien, Leidenschaften, Pläne, Interessen, Kinder.